„Ich bin sicher, dass man eines Tages eine Maschine wird kaufen können, die Fragen beantwortet und Trost spendet – einen mechanisierten Freund.“
Valentin Braitenberg, Direktor des Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik

„Ich meine man könnte, den drei Kränkungen des Menschen durch die Wissenschaft, die seinerzeit Sigmund Freud beschrieben hatte, noch eine vierte hinzufügen: die technologische Kränkung der Menschheit. In ihr erfahren die Menschen, dass sie nicht mehr Herr ihrer eigenen Schöpfungen sind, sondern von den selbst geschaffenen Machwerken beherrscht werden. Wie der Zauberlehrling haben sie etwas hergestellt, das nun eine eigene Dynamik entwickelt.“
Johannes Rohbeck

„Frei sind die Dinge: unfrei ist der Mensch“
Günther Anders

Ausgangspunkt dieses Theaterprojekts ist die Frage nach dem „Leben“. Was unterscheidet eine tote Fliege von einer lebendigen? Was hat das lebendige Wesen, was das tote nicht hat? Ist das, was die beiden unterscheidet, materieller Natur oder ist es ein Zustand, also der unterschiedliche Modus eines Systems? Und warum ist der Zustand der toten Fliege irreversibel? Warum kann man das nicht wieder in sie hineintun, was sie verlassen hat: Das Leben? Trotz der unglaublichen Fortschritte, die die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, kann sie nach wie vor nur strukturelle und dynamische Merkmale des Lebendigen beschreiben. Erklären kann sie das Leben nicht. Aber da wo die Erklärbarkeit aufhört, fängt die Kunst an; im vorliegenden Fall das Theater. Wahrscheinlich kann kein anderes Medium besser über „Leben“ sprechen als das Theater. Weil es sich eben live ereignet. Der Gegenstand, den PLASMA verhandelt, ist gezwungenermaßen mit auf der Bühne. Zumindest solange der Regisseur seine Musiker und Schauspieler nicht durch Androiden ersetzt... Mit einem Team von sechs Schauspielern und zwei Musikern (Martin Wigger am Laptop und Jan Ratschko an der Orgel) konstruiert der macht Bangerter die Bühne zur einer Petrischale und den aktuellen Stand von Robotik und Biotechnologie zur Trägersubstanz für traumartige Theaterbilder an der Grenze zwischen Subjekt und Objekt. Der Mensch ist unvollkommen. Neben den vielen körperlichen und geistigen Grenzen haftet ihm vor allem ein Makel an: Er ist sterblich. Seine Tage sind gezählt. Die Laboranten, die Bangerters Universum bevölkern, treiben den uralten Menschheitstraum vom Geschöpf, das zum Schöpfer wird, auf die Spitze und stossen in die Sphären des Posthumanismus vor: Sie sammeln das, was den Menschen ausmacht und versuchen eine virtuelle Daseinsform zu generieren, die nicht mehr abhängig ist vom menschlichen Körper. Auf diese Weise hoffen sie, die Unsterblichkeit zu erreichen und übersehen dabei, dass sie sich selbst überflüssig machen und dass sie den Geräten, die sie geschaffen haben, unterlegen sind. Während sich die Maschinen täglich vervollkommnen, bleibt der menschliche Körper morphologisch konstant. Aus der Perspektive der Geräte gesehen: konservativ, unprogressiv, antiquiert. Der tragikomische Aktionismus, der aus dieser Erkenntnis resultiert, ist der Treibstoff für des neuen Stücks des Techno-Tati („Der Bund“) Lukas Bangerter.

Trotz der unglaublichen Fortschritte, die die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, kann sie nach wie vor nur strukturelle und dynamische Merkmale des Lebendigen beschreiben. Erklären kann sie das Leben nicht. Aber da wo die Erklärbarkeit aufhört, fängt die Kunst an; im vorliegenden Fall das Theater. Wahrscheinlich kann kein anderes Medium besser über „Leben“ sprechen als das Theater. Weil es sich eben live ereignet. Der Gegenstand, den PLASMA verhandelt, ist gezwungenermaßen mit auf der Bühne. Zumindest solange der Regisseur seine Musiker und Schauspieler nicht durch Androiden ersetzt...

„Es ist an der Zeit, dass sich der nächste Schritt ereignet, eine verbesserte Version muss her, ein Upgrade, eine neue Generation. Und wenn das die Natur nicht tut, wenn da kein Gott ist, der das macht, dann müssen wir halt selbst -selbst ist der Mann- dann müssen wir halt selbst an uns selbst Hand anlegen, das Buch in die Hand nehmen, das Buch des Lebens, und den Text neu schreiben, das Programm verbessern, den Code. Dann werden wir selbst der Schöpfer sein und uns neu erfinden, aus uns selbst heraus, Schöpfer und Geschöpf zugleich, ein achter Tag! Wir werden einen neuen Körper konfektionieren, und wir werden das Gehirn adaptieren. Und in diesem Gehirn wird ein neuer Geist wohnen: keine Selbstzweifel mehr, anhaltendes Glück, eine ins unermessliche gesteigerte Erfolgsquote, der perfekte Liebhaber, das ewige Leben, ein neuer Mensch!“ Lukas Bangerter, LIVE

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Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Alfred und Ilse Stammer-Mayer Stiftung,
  • Hamasil-Stiftung,
  • Kanton Zürich Fachstelle Kultur,
  • Präsidialdepartement der Stadt Zürich Theaterförderung,
  • Pro Helvetia,
  • Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr

Textbeispiele

LIVE (Ausschnitt 1)

Ich hab da keinen Einfluss drauf.
Das läuft einfach ab,
ohne mein Zutun.
Läuft einfach ab.
Ich bin nicht der Urheber des Programms,
Ich kenne den Quellcode nicht,
ich hab es nicht verfasst -
Und trotzdem passiert es in mir drin.
Schritt für Schritt.
Ohne mein Zutun.
Ich kann das nicht ändern.
Seit der Befruchtung, die mich verursacht hat,
läuft das ab.
Es war nicht mein Entscheid
die Eizellenwand zu durchdringen.
Und trotzdem ist es passiert.
Die Samenzelle ist in die Eizelle eingedrungen.
Und das war der Auslöser!
Da wurde das Programm gestartet.

Unmittelbar nach der Befruchtung begann die Eizelle sich
zu teilen,
unaufhaltbar sich zu teilen,
Erst war ich nur zwei Zellen,
Dann 4
Dann 8
Dann 16 Zellen
Und dann war ich schon ein kleiner Zellhaufen von 32 Zellen,
etwa 150 µm groß.
Und dann habe ich mich auch schon geteilt in eine innere und eine äußere Zellmasse.
Und dann habe ich mich in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet
- nicht dass ich mich daran erinnern könnte, aber das muss so gewesen sein -
Ich hab mich eingenistet und hab Verbindung aufgenommen zum mütterlichen Kreislauf.

Und dann hat sich eine zweiblättrige Keimscheibe gebildet,
und dann ein drittes Keimblatt.
und dann schon das Neuralrohr,
und dann die Nabelschnur.
Da folgt ein Schritt dem Anderen.
Es gibt da kein halten mehr.

Die Grundgliederung meines Körpers setzt ein:
Mein Kopf wird ausgeformt mit allen Sinnesanlagen, mein Rumpf und die Extremitäten und dann wächst mir ein Gesicht, das Gewebe wird differenziert, die Organe bilden sich und nehmen nach und nach ihre Tätigkeit auf.
Und jetzt schlägt schon mein Herz!
Und kurz darauf bewege ich einen Körper,
und meine Nieren beginnen zu arbeiten
und meine Leber wächst,
und ich öffne die Augen
und dann senke ich mich schon ins mütterliche Becken
mit dem Kopf voran
und dann da raus da
und dann der Schlag
und dann der Schrei
und meine Lungen füllen sich mit Luft!

Und ein paar Tage darauf erkenne ich meine Mutter.
Dann kann ich meine Beine und Arme bewegen
und den Kopf anheben.
Dann ist mein Innenohr ausgereift
Und ich bilde erste Vokale.
Dann kann ich Gesichter fixieren und Farben erkennen.
Und ich weiß was ein Objekt ist und was ich bin.
Und so geht das weiter,
ohne mein Zutun,
das geht immer weiter,
ein Schritt folgt dem andern.
Dann sitze ich schon,
dann krieche ich,
dann stehe ich auf und gehe.

Und dann - das erste Wort.
Wäre ich ein Mädchen käme das schon früher
Aber ich bin nun mal kein Mädchen –
Bin ich nicht.

Und trotzdem spreche ich bald Sätze.
Ich erkenne Personen,
und unterscheide zwischen Belebtem und nicht Belebtem
und dann fallen meine Milchzähne aus
und meine zweiten Zähne wachsen: 32 Stück
Und meine Muskulatur nimmt zu
und meine Knochen wachsen.
Und dann plötzlich produziert mein Hypothalamus Gonadotropin.
Warum er das tut, das weiß ich nicht.
Er tut es einfach, ich werd’ da nicht gefragt.
Und über die Blutbahn erreicht das Gonadotropin meine Hoden
und löst dort die Produktion von Testosteron aus
Und dann geht das los alles,
dann bricht meine Stimme
und der Bart wächst,
und da auch unter den Armen
und überall am ganzen Körper wachsen Haare.
Und die Muskulatur nimmt weiter zu
Und die Knochen wachsen und wachsen...
Bis zu ihrer genetisch festgelegt Maximalgröße.
Dann wachsen sie nicht mehr, dann hören sie auf,
das ist das Programm.

Und so geht das weiter:
Dann senkt sich der Testosteronspiegel wieder.
Die Elastizität meines Bindegewebes nimmt ab.
Es bilden sich kleine Fältchen um die Augen
Und die ersten Haare fallen aus.
Und da stehe ich jetzt und spreche in diesen Trichter.
Aber das ist nur eine Moment, das hält nicht an, das geht weiter.
Unaufhaltsam weiter.
Ich werde noch mehr Falten bekommen,
nicht nur um die Augen, im ganzen Gesicht.
Und meine Haare werden weiter ausfallen.
Und mein Körperfett wird sich verlagern.

Dann werden sich die Linsen meiner Augen verändern
und ich werde Weitsichtig sein,
Meine Haare werden ergrauen,
meine Arterien werden verkalken,
die Knochen- und Muskelmasse wird abnehmen
und es wird zu Bewegungseinschränkungen kommen.
Die Haarzellen in meinem Innenohr werden absterben
und ich werde schlechter hören.
Auch mein Geruchs- und Geschmacksinn wird sich zurückbilden.
Die Leistungsfähigkeit sämtlicher Organe wird sich verringern
Und dann wir mein Herz seine Tätigkeit einstellen.
Dann hat das Programm seinen Endpunkt erreicht.

In meinem Körper seinen Endpunkt erreicht.
Denn ich war nur der User.
Mein Körper nur der Wirt.
Das Leben braucht mich nicht. Es ist auch ohne mich.

In Milliarden von anderen Körpern läuft zur Zeit genau das selbe Programm wie in meinem: Milchzähne fallen aus, Barthaare sprießen, Eisprünge werden ausgelöst und Haut erschlafft.
Und wenn diese Körper nicht mehr sein werden,
werden neue Körper sein in denen das Programm abläuft.
Auch wenn wir den Algorithmus nicht kennen auf dem das aufgebaut ist,
es wird weitergehen auch ohne uns.


Gut, ich kann es beenden.
Beenden kann ich es.
Das ist die einzige Kompetenz, die ich habe.
Wen ich dem System die Nahrungszufuhr verweigere,
den Blutkreislauf öffne oder die Luftzufuhr stoppe,
dann hört es auf - das geht.

Und auch als Auslöser kann ich mich betätigen.
Also nicht allein,
nicht ich allein,
aber beteiligen kann ich mich daran.

Ich kann dazu beitragen, dass ein Spermium,
dass in meinen Samenfäden herangewachsen ist,
den Weg findet in den Körper einer Frau –
oder ganz einfach zu einer Eizelle,
sei die jetzt in einem Körper, in einem weiblichen Körper
oder in der Petrischale.
Daran kann ich mich zu einem gewissen Maß beteiligen -
ob ein Leben beginnt.
Indem ich entscheide, wo der Samen hingeht,
der meinen Körper verlässt.
Ob er jetzt in eine Frau hineingeht,
oder in einen Spenderbecher,
ob er an einer Latexwand abprallt,
oder ob er einfach so vergossen, ergossen wird
ohne Eizelle, ohne Frau – ganz einfach so.

Da hab ich doch ein gewissen Handlungsspielraum,
einen kleines Mitspracherecht.
Beenden kann ich es und auslösen vielleicht.
Aber wenn das einmal läuft,
dann hab ich da keinen Einfluss mehr drauf.
Dann läuft es einfach.
In das System als solches kann ich nicht eingreifen,
weil – ich versteh es nicht
Und Haarverpflanzungen, Hautstraffungen, Hormonsubstitutionen,
das hilft ja alles auch nur sehr bedingt.

LIVE (Ausschnitt 2)

A: Das läuft nicht immer so wie ich will.
Das funktioniert nicht immer so, wie es soll,
Wir sind fehlerhaft, mit Fehlern behaftet, äußerst fehlerhaft.
Das ist noch nicht ausgereift, das Modell.
Der ist noch nicht fertig, der Mensch.
Wir sind fehlerhaft, äußerst fehlerhaft.
Wir vergessen, haben Erektionsstörungen,
werden krank und sterben.
Und täglich diese Fehlleistungen, Missverständnisse, Fauxpas!
Das kann es doch nicht gewesen sein.
Das kann doch nicht das Endprodukt sein,
die Krone der Schöpfung, das kann es nicht sein!
Seit hunderttausend Jahren stehen wir auf der selben Evolutionsstufe,
Seit hunderttausend Jahren entwickeln wir uns nicht weiter,
das kann doch nicht sein!
Seit hunderttausend Jahren müssen wir mehrmals täglich eine Toilette aufsuchen und uns Nahrung zuführen, wir sind Gefühlsschwankungen ausgesetzt, frieren, schwitzen, altern, haben Mundgeruch, der Sexualtrieb besetzt einen Großteil unserer Gesamtkapazität und wir verbringen ein Viertel unserer Lebenszeit im Ruhezustand! Schlafend! Ohne Bewusstsein! Nicht produktiv!
Das ist mit Sicherheit nicht die optimale Lösung – bestimmt nicht! Wir sind ganz offensichtliche eine Fehlkonstruktion.

B: Meinen Sie mich?

A: Nein! Ja doch. Uns alle hier meine ich.
Die ganze Rasse.
Die ganze menschliche Rasse.
Die ganze Rasse Mensch.
Stündlich erreichen unser Hirn Fehlermeldungen!
Immer stimmt etwas nicht, muss korrigiert werden,
verbessert werden, angepasst.
Andauernd werden wir abgelenkt von Fremdimpulsen, schätzen Situationen falsch ein, können uns nicht verständlich machen.

B: Ja bitte

A: Entschuldigung?

B: Ich dachte Sie hätten mich angesprochen.

A: Nein.

B: Haben Sie nicht?

A: Nein, habe ich nicht.

B: Ich dachte Sie hätten.

A: Maul halten, jetzt!
Wir haben Konzentrationsstörungen und Motivationsprobleme, unsere Gedanken schweifen ab und wir werden müde!
Das müsste doch nicht sein,
das ist doch alles völlig unnötig,
das müsste doch nicht sein!
Die ganzen Fehlleistungen, die Schmerzen,
die Zweifel, die Trauer und der Tod,
das könnte man doch verhindern, mittlerweile.
Das ist doch nicht nötig, alles!
Das müsste doch nicht sein!
Es ist an der Zeit, dass sich der nächste Schritt
ereignet, eine verbesserte Version muss her,
ein Upgrade, eine neue Generation.
Und wenn das die Natur nicht tut,
wenn da kein Gott ist, der das macht,
dann müssen wir halt selbst,
selbst ist der Mann,
dann müssen wir halt selbst, an uns selbst Hand anlegen,
das Buch in die Hand nehmen, das Buch des Lebens
und den Text neu schreiben, das Programm verbessern,
den Code.
Dann werden wir selbst der Schöpfer sein,
und uns neu erfinden,
aus uns selbst heraus,
Schöpfer und Geschöpf zugleich, ein achter Tag!
Wir werden einen neuen Körper konfektionieren und wir werden das Gehirn adaptieren und in diesem Gehirn wird ein neuer Geist darin wohnen: Keine Selbstzweifel mehr, anhaltendes Glück, eine ins unermessliche gesteigerte Erfolgsquote, der perfekte Liebhaber, das ewige Leben, ein neuer Mensch!

Pressestimmen:

Wenn man wüsste, wo das Leben steckt, könnte man es einer toten Fliege einfach wieder reintun und sie lebte weiter. Aber was genau ist das überhaupt, das Leben? Die grossmehrheitlich immer überzeugende Gruppe «Plasma» um Regisseur und Dramatiker Lukas Bangartner führt ihre Theaterrecherche seit dem ersten Projekt «Der Tanz der Honigbiene» im Jahre 2001 konsequent weiter und wächst trotz gruppenspezifischer Theatersprache immer wieder über sich hinaus… …Über allem thront der Techniker, aus der Übersetzermaschine wird bald mal ein irrwitziger Musikmechanismus, der an die Orgel des grössenwahnsinnigen James Mason als Kapitän Nemo im Filmklassiker «20 000 Meilen unter dem Meer» erinnert. Die Assoziationsbilder in «Live» sind zahlreich. Die Angst vor der Zukunft paart sich mit der behaupteten Übermacht von zwei Roböterchen, selbst wenn die finale Wendung eine fast schon zur zynischen Behauptung der letztlichen Hoffnung vom siegenden Guten wird. Dazwischen werden babylonische Türme gebaut, auf denen vier Männer waghalsige Kletterpartien bestreiten. Immer auf der Suche nach dem Ort, wo das Leben hockt. Nach der Fliege kommt der Mensch (ein medinizisches Modell) und live dargestellt von den drei Schauspielern und Jan Ratschko (Orgelspieler) und zahlreichen Puppen. Eine wird bis aufs Stahl-Skelett (Puppenbauten: Walter Kenneth!) seziert, um sich dann mit zwei Schraubbewegungen in eine weibliche Gestalt zu verwandeln. Dann spriesst der Frühling selbst in Lenden von ernstlichen Forschern an der ultimativen Frage, und dieser lästige Sexualtrieb übertölpelt sämtliches Forscherinteresse. Daneben aber gilt das Hauptaugenmerk schon der Entschlüsselung des «Programmes Leben» – und diese Recherche kommt derart aberwitzig komisch daher und natürlich technikverliebt, wie immer bei Plasma, dass der Begriff DADA gefährlich nahe ins Blickfeld rückt. «Live» ist wie immer exakt ausgeführt, überrascht mit Regieideen und zählt auf die Bühnenpräsenz der Darsteller. Kurzum: Wer Lust auf lustvoll präsentierte, ziemlich verquere Spurensuche nach dem alles bestimmen- den menschlichen Programm hat, ist gut beraten, da hinzugehen. Es sind formal wie inhaltlich konzise, aber auch belustigende wie verstörende neunzig Minuten Theater. Gratulation.

P.S

Druhý den festivalu zakončila představením Live! švýcarská skupina Plasma. Propojení elementů organických, strojových a lidských v něm dostoupilo – aspoň v rámci festivalu – maxima a otázky, které přinášelo, nebylo vůbec triviální zodpovědět. Někdo to ve mně před lety zapnul a rozhodl, že se narodím a budu žít, začnu nejdřív růst a pak stárnout… ale nejsem to já, kdo ten proces může ovlivňovat. Já dokonce ani předem nic nevím, neznám plány, jsem jen slepým nositelem! Kdo ale řídí ten stroj mého žití? Plasmu založil a řídí Lukas Bangerter, autor textu, scénograf a režisér této inscenace. Od svého založení v roce 2000 zrealizovala Plasma již 14 projektů. V Krakově nabídli Švýcaři technicky náročné a dramaturgicky rafinované propojení kvalitního textu, odvážného fyzického divadla a technologické preciznosti. Tančí se, zpívá se, staví se pyramida ze stolů, divák zhlédne i několik artistických sestav. Přes svoji konverzační povahu má produkce neuvěřitelný spád založený na obrovské promyšlenosti každého detailu a stojící především na skvělé gestice herců. Své udělala i skvělá práce se světlem, jež zdůrazňovalo maximální černobílost prostoru i postav – jediným barevným akcentem se tak kromě červeně osvětleného varhaníka staly rudé lodičky a boa, jež byly součástí oděvu první smontované ženy–robota.

Divadelni Noviny

Lukas Bangerter to reżyser, pisarz, autor tekstów i wizualizacji przedstawień, które realizuje ze szwajcarską grupą artystyczną PLASMA. Wyreżyserowane przez niego przedstawienie Live! to przykład na to, w jaki sposób ta wyjątkowa formacja zamienia scenę w bezkresne laboratorium eksperymentu fonetycznego, akustycznego i muzycznego, mieszając w różnych proporcjach formę i treść, aż do uzyskania zupełnie nieoczekiwanego, na wpół ożywionego organizmu scenicznego. W spektaklu Live! Formacja Plasma udowadnia, że teatr jest miejscem, gdzie pytanie o istotę życia można zawrzeć, przedstawiając historię zapłodnionej komórki jajowej, z której tworzy się organizm, złożony z bilionów komórek rozmaitych rodzajów; pokazując, że rozwój zygoty i wyodrębnianie się złożonych z niej komórek jest nie tylko jednym z najbardziej niezwykłych procesów w przyrodzie, ale przede wszystkim jedyną instrukcją życia, co do której możemy mieć pewność. Instrukcją życia jako rozwoju, zawartą w DNA, mieszczącym się w jaju i plemniku. Odkrycie, czym naprawdę są te instrukcje i jak funkcjonują, jest ogromnym zadaniem stojącym wciąż przed współczesną nauką, jednak człowiek nie rozumie siebie ani trochę lepiej, kiedy jego życie przedstawi się na tle liczb, wzorów i pomnażających się procesów. Potrzeby maszyny, jaką jest natura, okazują się być bardziej bezwzględne niż kolejny krok robota po teatralnej scenie…

Bookeriada (Poland)

Coś naprawdę poruszającego dzieje się natomiast na scenie, kiedy czterech mężczyzn – każdy z niekłamanym błyskiem dumy w oku – patrzy na pląsy małego robota. Analogia do ojca obserwującego synka, który stawia pierwsze kroki albo lepiej: pierwszy raz w życiu kopie piłkę, narzuca się wręcz samoistnie. Uwypukla się też coś innego, mianowicie refleksja, że właśnie podobieństwo (czy to wygląd zewnętrzny, czy zachowania utożsamiane z człowiekiem) jest tą cudowną przepustką, niepisanym przyzwoleniem społecznym, aby trochę cieplej spojrzeć na rzecz pozbawioną życia. Stąd też nieprzypadkowo na początku spektaklu pojawia się historia o Pigmalionie. Czyż nie mógłby to być mit założycielski nie-ludzkich podmiotów? W nurcie myślenia o uczłowieczeniu maszyny są także końcowe sceny spektaklu, kiedy widzowie mają okazję przyglądać się słodko-łzawej historii miłosnej między PL1 i PL2. On – zdalnie sterowany, połyskujący metalicznie, ona – z diodą urokliwie migającą na niebiesko. Roboty te są wielkości 20-30 centymetrów. Aktorzy przyszłości? A może przeciwnie – ostatnie podrygi sztuki aktorskiej w dobie odchodzenia teatru do lamusa (czy raczej: kosza na pulpicie)? Trochę nazbyt rozciągnięty w pierwszych scenach, ale ostatecznie błyskotliwy i sprawnie poprowadzony Live! kończy się właśnie tym pytaniem.

TEATRALIA KRAKÓW