Presse

Wowo Habdank, Jorgos Margaritis, Andreas Spaniol und Jesko Stubbe zeigen das allmähliche Verfertigen von Kleist beim Spielen; spielen Quartett mit kurzen Kleist-Ansichten. ›Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob es nur so scheint‹, schreibt Kleist 1801 in einem Brief an seine ›Herzens-Wilhelmine‹. Und wenn alles flirrt, heisst die Wahrheit Trompe-l’Œil. Oder eben: ›Obduktion‹ - so titelt das schillernde Kleist-Porträt der Zürcher Theaterformation Plasma, das am Mittwoch im Theaterhaus Gessnerallee uraufgeführt wurde. Plasma hat die Figur des Schriftstellers vervierfacht, Fragen spiegeln sich in Fragen, Antworten verheddern sich in Antworten. Zitate, Szenen, Musikfetzen geben einander die Hand auf diesem ›sicheren Weg, das Glück zu finden‹, wie der ironische Untertitel dieser Soiree nach einem Kleist-Aufsatz lautet. Die Theater-Experimentatoren um den Regisseur Lukas Bangerter haben mit ›Obduktion‹ eine Fuge der allgemeinen Verunsicherung geschaffen... Einfach gut beispielsweise, wie Mirjam Zbinden (wendig in der Rolle der wechselnden Geliebten) von einem Kleist zum nächsten tanzt – Identität ist schliesslich bloss ein Wort... Ein Theaterabend, der nicht bloss ein dramatisches Trompe-l’Œil ist.

Neue Zürcher Zeitung

Der Regisseur und Autor Lukas Bangerter hat mit seiner Theatergruppe PLASMA eine atmosphärisch dichte Theatercollage geschaffen … EineVorstellung, die einen zu einer neuen Auseinandersetzung mit dem Dichter zwingt.

Der Bund